Über 100 hörgeschädigte Kinder erleben beim FDDH-Grundschulaktionstag Handball hautnah
„Ich habe Gold!“ – dieser Jubel eines Schülers der Musenbergschule in München-Johanneskirchen sagte an diesem Tag eigentlich alles. Beim Grundschulaktionstag des Freundeskreises des Deutschen Handballs (FDDH) erlebten mehr als 100 hörgeschädigte Kinder der Klassen 1 bis 4 einen Vormittag voller Bewegung, Mut, Teamgeist und persönlicher Erfolgsmomente. An fünf kindgerechten Stationen sammelten sie Punkte für den Hanniball-Pass – und vor allem das Gefühl: Ich kann das. Ich habe etwas geschafft.
Schon die gemeinsame Vorstellungsrunde machte deutlich, wie besonders dieser Aktionstag werden sollte. Johannes Weber, Vorsitzender des FDDH, überbrachte Grüße des Präsidenten des Deutschen Handballbundes, Andreas Michelmann. Danach gab es kein langes Warten mehr: Die Kinder stürzten sich mit sichtbarer Begeisterung ins sportliche Getümmel.
Nach einem gemeinsamen Aufwärmen absolvierten die Schülerinnen und Schüler das bewährte Programm des DHB-Grundschulaktionstages. In kleinen Gruppen durchliefen sie abwechslungsreiche Stationen, die altersgerecht auf Bewegung, Koordination, Ballgefühl und Freude am Miteinander ausgerichtet waren.
Auf dem Programm standen unter anderem:
- Lauf- und Koordinationsübungen
- Zielwerfen und Hochwerfen
- abwechslungsreiche Bewegungsaufgaben
Das Konzept ist bewusst so angelegt, dass jedes Kind mitmachen und eigene Erfolgserlebnisse sammeln kann – unabhängig davon, ob es bereits Handballerfahrung hat oder zum ersten Mal mit dem Sport in Berührung kommt. Geschulte Trainerinnen und Trainer begleiteten die Stationen, erklärten mit Geduld, unterstützten individuell und sorgten dafür, dass Leistung nicht über Vergleich, sondern über persönliche Entwicklung erlebbar wurde.
Vorbereitet wurde dieses Event von der Bundestrainerin der gehörlosen Handball-Frauen-Nationalmannschaft, Christiane Weber. Die sportliche Leitung vor Ort hatte Alex Zimpelmann, der ehemalige Bundestrainer der gehörlosen Männer-Nationalmannschaft. Sein Team gewann zuletzt bei den Deaflympics in Tokio die Silbermedaille. Nationalspieler Robert Wiedl brachte diese Medaille mit nach München – zum Anfassen, Staunen und Träumen. Für viele Kinder war es ein Moment, der sichtbar berührte: Ein großes sportliches Ziel lag plötzlich ganz nah. Auch zwei aktive Nationalspielerinnen, Sarah Verweyen und Johanna Schleicher-Liening begleiteten die Schülerinnen und Schüler bei den Übungen, beantworteten zum Abschluss Fragen und schrieben geduldig Autogramme. Als bleibende Erinnerung erhielten alle Beteiligten zudem ein exklusiv gestaltetes Event-T-Shirt des FDDH.
Johannes Weber zeigte sich nach der Veranstaltung tief bewegt: „So viele strahlende Kinderaugen – das ist unfassbar. Genau dafür machen wir das. Die Zusammenarbeit mit der Schule war hervorragend, die Lehrerinnen waren höchst engagiert. Es war ein perfekter Tag. Diese gelungene Veranstaltung für die Kinder wird ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben – und uns genauso.“
Schulleiterin Birgit Beermann zu diesem Highlight: „Für unsere Schülerinnen und Schüler war es ein besonderes Ereignis. Alle waren mit großer Begeisterung dabei und zeigten bei den vielen verschiedenen Stationen ihr sportliches Talent und ihre Bewegungsfreude. Und wann bekommt man schon einmal eine Olympiamedaille zu sehen? Alle waren sehr beeindruckt von der Silbermedaille, die ihnen Robert Wiedl zeigte. Überglücklich waren die Schülerinnen und Schüler auch über die Autogramme, die sie auf ihre Event-Shirts bekamen und die sie auch am nächsten Tag stolz wieder in der Schule trugen. Wir danken allen Beteiligten sehr, dass sie uns einen so großartigen Tag ermöglichten!“
