Der erste Best Practice Award der IG Handball geht nach Hamburg

Vom FDDH unterstützt

Anfang Mai hat die IG Handball nicht nur unter den eigenen Mitgliedern sondern in der ganzen Handball-Community den „Best Practice Award“ ausgelobt. Gesucht wurden Ideen, wie in der Pandemie die Mitglieder aktiviert und gebunden werden können. Bei der Prämierung spielte neben der Innovation und Kreativität auch eine Rolle, inwieweit die eingereichte Idee auch von anderen Vereinen übernommen werden kann. Am Ende ging der erste „Best Practice Award“ an den T.H.-Eilbeck in der Hansestadt Hamburg, auf den Plätzen folgten die JSG Balingen-Weilstetten und der SV Grün Weiß Schwerin. Auf handball-world werden alle Bewerbungen vorgestellt.

„Es war eines dieser Ideen und Konzepte, über die man mal gesprochen hat“, erinnert sich Christoph Döring als Vorsitzender der IG Handball, „und dann war da in einer Vorstandssitzung die positive Initialzündung.“ Wie alle Vereine, so musste sich auch die IG Handball zumindest vorübergehend in der Pandemie neu orientieren, viele Projekte mussten auf Eis gelegt werden.

Die Idee des „Best Practice Award“ wurde ausgestaltet, Partner gefunden und die Ausschreibung veröffentlicht. Neben einem Geldpreis der IG Handball und einem Gutschein von We Play Handball gab es auch Tickets für den Handball Online Kongress (HOK) „Vereinsentwicklung“ am vergangenen Dienstag.

Die erste Reaktion auf die Ausschreibung war aber keine Bewerbung, sondern eine Mail vom befreundeten Freundeskreis des Deutschen Handballs, der die Idee des Award so gut fand, dass er alle Preisträger auch noch mit einem Sachkostenzuschuss unterstützen möchte.

„Stellvertretend für viele Handballfreunde in Deutschland danken wir der IG Handball für die Durchführung des Best Practice Awards“, so der FDDH-Vorsitzende Kay Brügmann, „der FDDH fördert nachhaltige Handballprojekte und jeder gemeinnützige Verein kann die Förderung solcher Maßnahmen durch den FDDH beantragen.“ Gemeinsam mit HOK-Initiator Markus Eickelmann konnte dann Steffen Franke als Breitensport-Vorstand der IG Handball am vergangenen Dienstag die Preisträger auszeichnen.

Der dritte Preis ging dabei an den SV Grün Weiß Schwerin, der in Lockdown-Zeiten eine Challenge mit handballspezifischen Übungen im ganzen Verein initiierte. Das Aushängeschild des Vereins aus Mecklenburg-Vorpommern ist die erste Frauen-Mannschaft in der 3. Liga. Alle Jugendmannschaften des Vereins forderten dieses Team heraus, es beteiligten sich am Ende knapp 90% aller aktiven Handballerinnen.

Im HOK-Spezial kündigte Birger Ohm schon an, dass sein Verein das Preisgeld in die Ausrüstung für die jüngsten Handballer von 3 bis 6 Jahren investieren werde. Am meisten freute sich Ohm aber über den Erfolg, einerseits in Form von positivem Feedback der Schüler und ihrer Eltern. Andererseits schaffte es der Verein, dass er in der Pandemie im Vergleich zu vielen anderen Vereinen keinen Mitgliederschwund hatte.

Auf dem zweiten Rang wurde die JSG Balingen-Weilstetten prämiert, deren Bufdi Benjamin Vögele ihr prämiertes Projekt vorstellte. Die Jugendspielgemeinschaft des Bundesligisten hat letztlich über fünf Monate einen regelrechten Online-Spielbetrieb zwischen Handballteams der E-, D- und C-Jugend initiiert.

In wöchentlichen handballspezifischen Übungen nahmen alle Clubs teil, teilten ihre Ergebnisse mit und daraus wurde ein virtueller Spielbetrieb generiert, der von einer Vorrunde in Haupt- und Finalrunden mündete. Die Teams, die sich sonst beim Handball auf dem Spielfeld gegenüberstehen, traten nun in der Pandemie virtuell gegeneinander an. Mehr als 500 Kinder aus rund 15 Vereinen nahmen am Ende an diesem vereinsübergreifenden Projekt teil.

Zum Abschluss der Preisverleihung konnte Nils Schäding vom T.H. Eilbeck die Siegerprämierung entgegennehmen. Der große Breitensportverein aus Hamburg konnte sein zehntes Handball-Camp in 2020 noch direkt vor dem ersten Lockdown durchführen, das elfte Camp sollte nicht ausfallen. Am Ende zog der Verein über eine Woche ein großes virtuelles Camp auf, mit vielen unterschiedlichen Vorträgen, Programmpunkten, Diskussionen und Challenges. Auf Alters- und Leistungsstufen wurde Rücksicht genommen.

Und ist im physischen Camp die „Kinonacht“ das Highlight, durften dieses Jahr die Kids über ihren Wunschfilm abstimmen, schauten diesen gemeinsam an und es gab vorher für alle Campteilnehmer noch ein Verpflegungspaket. Es waren gerade diese vielen Details, bis hin zum Aktivprogramm für die Eltern, die die Jury der IG Handball überzeugten.

„Wir waren von den vielen Bewerbungen überrascht und vor allem von den vielen kreativen Ideen begeistert“, berichtet Steffen Franke als Vorstandsmitglied Breitensport der IG Handball, „wir hatten echt die Qual der Wahl bei der Prämierung.“ Dem Vorstand der IG Handball war neben der Kreativität vor allem die Duplizierbarkeit wichtig.

Der Gedanke beim Award-Titel „Best Practice“ war es gute Ideen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Eigentlich geht für uns jetzt die Arbeit erst richtig los“, schmunzelt Franke und kündigt die nächsten Schritte an, „denn gemeinsam mit allen Bewerbern werden wir deren Ideen zusammenstellen und gemeinsam mit Handball-World vorstellen.“
Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-44-132442.html